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KI in der Arzneiforschung – Mehr Wirkstoffe, weniger Jobs?

Booster für die medizinische Forschung in Deutschland: Noch in diesem Jahr soll eine „Nationale Biobank“ eingeführt werden. Sie könnte für Forschende den Zugang zu Bioproben und damit verknüpften Gesundheitsdaten vereinfachen und erleichtern. Die Folge: Der Forschungsstandort Deutschland wird gestärkt, Innovationen für Patient:innen können schneller und zielgenauer entwickelt werden. Zudem dürfte die geplante Plattform auch erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile mit sich bringen.

Auf den 142 Seiten des Koalitionsvertrages findet sich auf Seite 78 im Kapitel „2.4 Bildung, Forschung und Innovation“ auch ein Satz, der für Aufsehen und Hoffnung im Wissenschaftsbetrieb sorgte: „Wir schaffen eine Nationale Biobank als Grundlage für Präventions-, Präzisions- und personalisierte Medizin“, heißt es da. Mit anderen Worten: Der Zugang zu humanen Bioproben, die auf viele einzelne Biobanken verteilt sind, wird künftig in der „Nationalen Biobank“ gebündelt. „Das bedeutet eine immense Erleichterung für die Forschung“, erklärt Dr. Pablo Serrano, Mitglied der Geschäftsführung (Innovation & Forschung) beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI).

Booster für die medizinische Forschung: Was Biobanken enthalten

In den unterschiedlichen Biobanken in Deutschland werden unter anderem Blut- und Gewebeproben gesammelt – zusammen mit Datensätzen, die Angaben zu Patientenalter, Geschlecht, Krankheitsgeschichte und viele weitere Informationen enthalten können. Solche Daten sind wichtig, denn, so Serrano: „Die Proben sind gut und nützlich, aber Sie müssen auch wissen, woher sie kommen, wie sie erhoben wurden und was Sie daraus lesen können – ohne diesen Datenbestand zu der Probe können Sie relativ wenig machen.“ In die neue Plattform sollen deshalb auch die Analysedaten aus den Proben integriert werden.

Die Grundlagen für die nationale Biobank wurden bereits seit 2020 gelegt – vom Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), in dem alle 37 Universitätsklinika in Deutschland vertreten sind, und dem German Biobank Network (GBN). Beide haben die notwendigen Strukturen für standortübergreifende Forschung geschaffen. So hat etwa das GBN 43 akademische Biobanken in Deutschland vernetzt und Standards zur Qualitätssicherung eingeführt. Damit war der Ausgangspunkt für den Ausbau zu einer zentralen Biobank-Plattform fixiert.

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